HühnerHaltung & WaldKonzept

UNSERER HÜHNERHALTUNG IM MITTELWALD NACH HOLISTISCHEM WEIDEPRINZIP

FederKutsche

Quelle: Handbuch der Permakulturgestaltung, Bill Mollison, 2. Auflage 2012

Unser folgendes Konzept ist ein Lösungs- und Handlungsansatz sowie Forschungsprojekt für eine zukunftsfähigeWaldbewirtschaftung. Die Idee dahinter bietet gleichmehrere Vorteile – für die Umwelt, die Hühner und den Landwirt.

Mit unserer wesensgemäßen Hühnerhaltung im Mittelwald nach holistischem Weideprinzip bringen wir die Forstwirtschaftmit der Landwirtschaft zusammen und verbinden dabei den Schutz von Kultur- und Naturlandschaft. Dabei nutzen wir Synergieeffekte und gestalten Zukunft im Sinne unserer Nachkommen. Mit unserer Leitidee einer diversifizierten, anpassungsfähigen und widerstandsfähigen Landnutzung tragen wir zu Klimaschutz und Umweltschutz in der Region bei.

Wesensgemäße Hühnerhaltung im Wald

Aus Tierschutzsicht ist eine strukturierte Landschaft optimal. Hühner sind Waldvögel. Der ursprüngliche und natürliche Lebensraum des Huhns ist der Waldrand. Und auch wenn die Tiere züchterisch immer weiter verändert wurden, blieb ihr Verhalten ursprünglich.

Aus Angst vor Greifvögeln suchen sie am liebsten Schutz unter Bäumen und Sträuchern, welche zudem vor Sonne und Wind schützen. Außerdem bietet ein Waldboden reichhaltiges Futter in Form von Beeren, Würmern und Insekten.

Holistisches Weideprinzip

Das holistische Weideprinzip ist ein ganzheitliches Weidemanagement, welches auf natürlichen Kreisläufen basiert. Es ist ein regeneratives Portionsweidesystem, die die Aspekte Klimaschutz, Bodenfruchtbarkeit und Tiergerechtheit vereint.

Abb.: The Resilient Farm and Homestead, Ben Falk, 2013

Durch eine intensive Beweidung in kurzer Zeit mit hoher Besatzdichte entsteht eine lange Regenerationszeit zwischen Beweidungsdurchgängen von 30-90 Tagen. Dadurch kommt es zu keiner Überweidung und ein gesunder und produktiver Boden entsteht.

Durch ein tägliches Verschieben der Weideparzellen wird der Kot der Tiere gleichmäβig verteilt, durch das Scharren der Hühner leicht eingearbeitet und vom Boden bis zur nächsten Beweidung aufgenommen und umgesetzt.

Zudem haben die Tiere stets jungen Aufwuchs als Nahrungsquelle. Der hohe Anteil an Vitaminen, Mineralstoffen und sekundären Inhaltsstoffen spiegelt sich in der Tiergesundheit und Produktqualität wieder.

Abb.: The Resilient Farm and
Homestead, Ben Falk, 2013

Unsere Prinzipien der Waldbewirtschaftung

Abb.: The Resilient Farm and Homestead, Ben Falk, 2013

Durch die Umwandlung von einer Fichten-Monokultur hin zu einem artenreichen, mehrstufigen Mischwald schaffen wir ein stabiles, resilientes und nachhaltiges Ökosystem.

Zur Förderung eines feucht-kühlen Waldinnenklimas halten wir das Kronendach überwiegend geschlossen. Wir unterlassen groβflächige Verjüngungsverfahren und zu groβe Auflichtungen.

Wir setzen primär auf sanfte Naturverjüngung und fördern natürlich ausgebreitete Keimlinge und junge Bäume, die für eine an die örtlichen Standortbedingungen angepasste genetische Selektion der Individuen sorgen.

Wir belassen ausreichend Totholz im Wald, um Lebensräume und Struktur zu schaffen. Zudem unterstützt Totholz die
Ausbildung des typischen Waldinnenklimas durch Bindung von Wasser.

Abb.: The Resilient Farm and Homestead, Ben Falk, 2013

Der tierische Einfluβ unserer Hühner durch Scharren und Hinterlassen von Kot regt das Bodenleben an, lockert den Boden und unterstützt eine natürliche Humus- und Bodenbildung und damit die Wasserspeicherkapazität des Waldes.

Durch eine Hühnerhaltung im Wald entsteht eine Doppelnutzung der vorhandenen Waldflächen. Dadurch entstehen für den Landwirt beziehungsweise Forstwirt neben dem Holzverkauf zusätzliche Einnahmenpotentiale durch den Verkauf von tierischen Produkten.